Manche kleben sich die
Banner ihres bevorzugten Kandidaten auf die Stirn, andere schreien sich ihre
Zugehörigkeit vom Leib...
Dies mag seltsam erscheinen. Gibt es in diesem armen Land nicht genügend Probleme, die
politisch gelöst werden müssten: Arbeitslosig keit, Inflation, Ineffizienz der
Verwaltung, Vetternwirtschaft? Jeder hat seine Klagen, aber es gibt keine Tradition der
politischen Veränderung der Verhältnisse. An ihre Stelle tritt die Hoffnung, sich
endlich auf die richtige" Seite geschlagen zu haben. Wird Balaguer wieder
gewinnen oder wird der immer wieder beschworene Generationswechsel"
stattfinden, der dann eine Welle von Umbesetzungen der öffentlichen Stellen auslösen
würde - vom Minister bis zum Strassenkehrer? Skeptisch und von Existenzängsten geplagt
stehen die Zauderer am Strassenrand und versuchen die Zeichen der Zeit zu deuten, die sich
da in bunten Fähnchen, Merengue-Musik und glücklichen Betrunkenen bieten: Auf welche
Seite soll man sich schlagen, rechtzeitig und möglichst weithin sichtbar?
Natürlich hat die herrschende Regierung einen Feldvorteil, und so giesst Balaguer gerade
in den Wahlzeiten das Füllhorn seiner Gunstbeweise über seine Anhänger aus: neu
geschaffene Stellen oder Häuschen, die im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus errichtet
wurden und für ein Spottgeld an die richtigen und wichtigen Leute verkauft werden.
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